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Geschichte Teil1 PDF Drucken E-Mail
5.02.2007 15:18 Uhr

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Das Feuer, Segen und Unheil

Als in der Urzeit das Feuer durch Blitzschlag auf die Erde kam, war es für die Menschen ein großer Segen. Sie hüteten dieses Element, um es nicht zu verlieren. Aber schon bald, als unsere Urahnen Hütten bauten, um  darin zu Wohnen, erkannten sie, dass das Feuer auch alles vernichten kann. Überliefert wurden verheerende Brände  in weltberühmten Städten, wie dem Brand von Rom im Jahre 64 nach Christus oder dem Brand in der Kaiserstadt Aachen im Mai 1656, dem mehr als 4000 Häuser zum Opfer fielen.

Auch unser Dorf blieb vor verheerenden Brandschatzungen nicht verschont. So ist der Kampf der Mertinger gegen das Feuer so alt, wie die Geschichte des Ortes. Die schlimmsten Brände waren wohl während des Dreißigjährigen Krieges, als die Schweden 1632 den größten Teil des Ortes niederbrannten.

Im Jahre 1819 hat Friedrich Bauer, kgl. Lokal-Schulinspektor und Pfarrer in Mertingen, die schlimmsten Brände der letzen 20 Jahre dokumentiert.

1797 brannten 22 Häuser und ebenso viele Scheunen nieder Schaden: 40000 Gulden.

1802 eine noch größere Feuersbrunst, geschätzter Schaden: 80000 Gulden

1805 brannten noch mal 6 Häuser ab, Schaden: 4000 Gulden

1819 Brand von 10 Häusern mit Stadeln. Schaden 18000 Gulden

Auch 1848 war ein schwarzes Jahr in der Geschichte Mertingens. Rund 20 Anwesen wurden ein Raub der Flammen. Es brannten fast alle Gebäude im Gebiet der heutigen Ostergasse sowie Teile der Hilaria-Lechner-Straße um das brennende Brauereianwesen. 1865 waren noch mal 4 Anwesen bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Aus diesen schlimmen Erfahrungen, die auch andere Orte erlebten, resultiert die Empfehlung der Königlich-Bayerischen Regierung, überall Feuerlöschgruppen zu organisieren. In der Erkenntnis, dass der einzelne bei einem Brand hilflos ist, aber die Gemeinschaft stark, haben verantwortungsbewusste Mertinger Bürger 1870 ihre Freiwillige Feuerwehr Mertingen gegründet.

Unsere Feuerwehr im Wandel der Zeit

Am 2. März 1870 beschlossen 40 beherzte junge Mertinger eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Zum 1. Kommandante wählten sie den Hauptinitiator Anton Nagler, der bereits Mitglied der Fabrikfeuerwehr in Bäumenheim war.

Mit dem Leitspruch "Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr", gaben die Gründungsmitglieder ihr Versprechen ab, der neuen und edlen Sache zu dienen.

 

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Die Freiwillige Feuerwehr Mertingen 1895

Der erste gewählte Ausschuss bestand aus folgenden Mitgliedern:

Vorstand:              Johann Burger

Kommandant:        Anton Nagler

Adjudant:              Michael Halbeck

Kassier:                Franz-Josef Wagner

Spritzenmeister:    Leonhard Nigl

Erstes Löschgerät war eine mit Wassereimern befüllbare Hand-Druckspritze, dazu 5 Leitern, 237 Eimer und 6 Hacken. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Mitgliederzahl auf 80 Mann, für die damalige Zeit recht beachtlich. Die strenge Ordnung verlangte von den Männern Pünktlichkeit, Zucht und Disziplin. Nicht alle Floriansjünger waren damit einverstanden.

Pflichtfeuerwehr

Im Jahre 1880 traten in der Vorstandschaft größere Meinungsverschiedenheiten auf, die zur Aufstellung einer Pflichtfeuerwehr führten. Der Mertinger Pfarrer Herr Martin, der, wie viele andere Bürger von der Notwendigkeit dieser Entwicklung überzeugt war, forderte die Versammlung auf, durch Neuwahlen des Ausschusses eine drohende Auflösung zu verhindern. Kameradschaftlich gestärkt und mit neuem Mut ging man wieder der Pflicht zum "Dienst am Nächsten nach.

Es gab aber auch freudige Ereignisse dieser jungen Wehr, die im Dorfgeschehen sehr aktiv mitwirkte. Wie 1871 die Feier des Friedensfestes, an dem die Mertinger Wehr einen Friedensbaum pflanzte.

In einer Zusammenstellung von 1897 bestand die Mertinger Wehr aus 190 Mann, 54 Freiwillige und 136 Mann in der Pflichtfeuerwehr. Uniformiert waren die damaligen Feuerwehrmänner mit grauen Tuchröcken und Messinghelmen. Die Ausrüstung bestand aus einem Gurt mit Karabinerhacken, Leinen und Pfeife. Die Mitglieder der Pflichtfeuerwehr hatten weiße und blaue Armbänder als Abzeichen.

Am 11. November 1888 hielt seine Exzellenz der Erzbischof von München und Freising, Dr. Antonius von Steichele in seiner Heimatgemeinde eine Nachfeier seiner Sekundiz. An diesem Tag bot die Freiwillige Feuerwehr Mertingen alles auf, um dieses Fest zu verherrlichen.

Feuerwehrfahne geweiht

Am 24. Juni 1889 übergaben Mertinger Frauen und Jungfrauen dem Verein, eine neue Feuerwehrfahne, welche an selben Tag, beim ersten Feuerwehrfest seine Weihe bekam. 15 auswärtige Feuerwehrvereine waren anwesend und feierten mit 600 Beteiligten dieses gelungene Fest. 7 Feuerwehrmänner erhielten durch Bezirksfeuerwehrvertreter Josef Jung aus Kaisheim ein Ehrendiplom für 15jährige Zugehörigkeit zum Verein. Ein Huldigungstelegramm an seine Königliche Hoheit, den Prinzregenten Luitpold, beantwortete dieser noch am selben Abend.

Bei der Generalversammlung am 3. März 1893 beschlossen die Anwesenden die Bildung einer Reserve, bestehend aus älteren Jahrgängen. Sie sind von allen Übungen und auswärtigen Bränden befreit. Sind aber bei Ortsbränden der Freiwilligen Feuerwehr unterstellt. Außerdem haben sie einen Jahresbeitrag von 1 Mark zu entrichten.

Am 15. September 1895 feierte die Wehr ihr 25jähriges Gründungsfest. Unter großartiger Beteiligung wurde von Ortspfarrer Hering ein Dankgottesdienst gehalten. Zur Zierde der Fahne überreichte die Tochter von Ehrenmitglied Lehrer Meßmer einen Lorbeerkranz. In seiner Festrede berichtete Herr Meßmer unter anderem von 28 Ortsbränden und 27 auswärtigen Einsätzen. Vorstand Stettberger beendete das Fest mit den Worten: "Es blühe der Verein, Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".


Teil 2 - die Kriegsjahre
                  Teil 3 - die Nachkriegsjahre

 
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